19.09.2016

Neues Blockheizkraftwerk am Allwetterbad soll Energie einsparen

Die Stadtwerke Ratingen betreiben das Allwetterbad in Zukunft noch umweltfreundlicher. Das lokale Energieversorgungsunternehmen hat dafür gut 500.000 Euro in die Technik des Schwimmbades investiert und die Wärme- und Stromerzeugung im Schwimmbad umfassend modernisiert. Das elf Jahre alte Blockheizkraftwerk (BHKW) wurde als Altersgründen gegen ein modernes, energiesparendes BHKW getauscht.


Fünf Tage lang wurde der Parkplatz des Allwetterbades zur Baustelle. Ein 85 Tonnen schwerer Kran hatte dort bis Freitagnachmittag die Stellplätze belegt. Dieser war nötig, um das neue 14 Tonnen schwere Blockheizkraftwerk über das Schwimmbad hinweg an seinen neuen Platz zu heben. Allein die An- und Abreise des Krans war für alle Beteiligten eine Herausforderung, da dies nur in der Nacht geschehen konnte. Zudem waren zwölf Lkw und ein weiterer Kran nötig, um den Schwerlastkran in Ratingen einsatzfähig zu machen. „Der Neubau des BHKW war für alle Beteiligten ein ganz besonderes Projekt. Etwas so aufwändiges erlebt man nicht jeden Tag“, sagt der Technische Leiter der Stadtwerke Ratingen, Hans-Horst Sprenger.

Zusammen mit seinem Team hat Sprenger den Austausch der Technik seit dem Spätsommer 2015 akribisch vorbereitet. Neben der Prüfung der Wirtschaftlichkeit und der technischen Machbarkeit stand vor allem die Standortsuche im Mittelpunkt. Als Alternative zur Freifläche hinter den alten Freibad-Umkleiden stand zunächst noch der Keller der alten Schwimmhalle zur Debatte. „Im Freibad steht uns aber einfach mehr Platz zur Verfügung und der Aufwand ist deutlich geringer“, sagt Sprenger. „Um das BHKW im Keller zu platzieren, hätten wir das Modul zunächst komplett zerlegen und im Keller wieder aufbauen müssen.“

Das neue hochmoderne Blockheizkraftwerk wird wie sein Vorgänger mit umweltfreundlichem Erdgas betrieben und ist für den sogenannten „wärmegeführten Betrieb“ ausgelegt. Das heißt, es deckt die komplette Wärme-Grundlast im Allwetterbad ab. Durch einen zusätzlichen Abgaswärmetauscher können zudem die Schwimmbecken effizienter beheizt werden. Für Bedarfsspitzen, zum Beispiel an besonders kalten Wintertagen, stehen zusätzlich zwei Spitzenlastkessel bereit. Außerdem wird ab sofort ein Großteil der elektrischen Versorgung des Schwimmbades über die moderne Anlage im Außengelände erzeugt. „Das ist nicht nur äußerst umweltfreundlich, sondern spart auch Kosten ein“, sagt Sprenger. Denn auch die Wirtschaftlichkeit wurde durch die Modernisierung deutlich erhöht. Künftig wird das neue Modul mit mehr als 7000 Betriebsstunden im Jahr nahezu rund um die Uhr durchlaufen und das bei deutlich gesteigerter Leistung. Die elektrische Leistung wurde gegenüber der alten Anlage von 50 auf 360 kW und die thermische von 96 auf 400 kW gesteigert. Zudem entspricht das BHKW den neusten technischen Anforderungen und unterschreitet die strengen Emissionsvorgaben deutlich.

Noch etwa fünf bis sechs Wochen werden die Techniker der Stadtwerke Ratingen damit beschäftigt sein, die Technik am neuen Standort zu installieren. Dann wird das neue Blockheizkraftwerk zum ersten Mal umweltfreundlichen Strom und Wärme für das Allwetterbad produzieren. 


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