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Wasserlexikon

Das kleine Wasser-ABC

Trinkwasser – das wichtigste und kostbarste Lebensmittel unterliegt zahlreichen strengen Grenzwerten. Welche Inhaltsstoffe bei einer Wasseranalyse untersucht werden, was diese Inhaltsstoffe aussagen und bewirken ist nachfolgend in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.

Aluminium
Aluminium ist ein zentraler Bestandteil des Puffersystems des Bodens und ist dort gebunden in den Tonmineralien vorzufinden. Als eine Ursache des Waldsterbens wird die Freisetzung der für Pflanzen sehr giftigen Aluminiumionen angesehen. Der Grenzwert laut Trinkwasserverordnung beträgt 0,2 mg/l.

Ammonium
Verunreinigungen des Trinkwassers durch Ammonium deuten auf organische Verunreinigung, z.B. durch Fäkalien hin. In diesem Fall ist auch mit bakteriologischen Befunden zu rechnen. 
Der Grenzwert lt. Trinkwasserverordnung beträgt 0,5 mg/l.

Arsen
Viele Wasservorkommen enthalten hohe natürliche Arsenkonzentrationen. Organische Arsenverbindungen sind, wie die organischen Quecksilberverbindungen, wesentlich giftiger. Bei chronischer Aufnahme geringer Mengen von Arsen von täglich etwa 1 mg pro 1 kg Körpergewicht können bestimmte Karzinome wie Hautkrebs auftreten. Die Trinkwasserverordnung schreibt einen Grenzwert von 0,01 mg/l vor. Zur Erreichung einer schädlichen Dosis von täglich 1 mg Arsen pro 1 kg Körpergewicht müsste ein 80 kg schwerer Mann täglich 2000 Liter  Wasser trinken.

Blei
Blei kann bei täglicher Aufnahme von wenigen Mikrogramm bei Kindern chronische Vergiftungen mit Schwächegefühl, Appetitlosigkeit, Nervosität und Störungen der geistigen Entwicklung verursachen. Aus Altlasten, verbleitem Benzin oder aus alten Wasserleitungen kann Blei in das Grund- und Oberflächenwasser gelangen. Bleileitungen, die in Deutschland teilweise noch bis in die 60er Jahre verwendet wurden, können selbst nach längerem Spülen bis zu 100 µg/l Blei freisetzen. Bleileitungen sind im Wassernetz der Stadtwerke Ratingen GmbH nicht mehr im Einsatz. Sie können aber noch im Leitungsnetz älterer Häuser vorhanden sein.

Die Trinkwasserverordnung setzt einen Grenzwert von 0,025 mg/l.

Cadmium
Cadmium wird in Legierungen, Akkumulatoren und als Stabilisatoren für PVC verwendet. Als wesentliche Cadmiumquellen gelten Müllverbrennungsanlagen sowie belasteter Klärschlamm.  
Laut Trinkwasserverordnung darf das Trinkwasser maximal 0,005 mg/l Cadmium enthalten.

Chlorid
Chlorid ist ein Mineralstoff, der zusammen mit Natrium als Kochsalz in fast allen Lebensmitteln zu finden ist. Es ist in jedem natürlichen Wasser enthalten. Je nach Wasserzusammensetzung können Chloridgehalte über 100 mg/l bereits korrosionsfördernd wirken, die maßgeblich am Prozess der Lochfraßkorrosion beteiligt sind.
Die Trinkwasserverordnung setzt einen Grenzwert von 250 mg/l.

Chrom
Sowohl zur Herstellung von Edelstählen sowie zur Legierung, zum Gerben und als Holzbeizmittel wird  Chrom eingesetzt. Höhere Konzentrationen von Chrom im Wasser können Magen-Darm-Störungen verursachen.
Die Trinkwasserverordnung erlaubt einen Grenzwert von 0,05 mg/l.

Cyanid
Cyanid ist eine giftige Substanz, die Einfluss auf die Zellatmung ausübt. Über industrielle Abwässer und Altablagerungen kann es in das Trinkwasser gelangen. Die kritische Dosis liegt beim Menschen zwischen 0,5 und 1 mg/kg Körpergewicht.
Die Trinkwasserverordnung schreibt einen Grenzwert von 0,05 mg/l vor.

E.Coli / Coliforme Keime
Das Auftreten dieser Keime (Escherichia coli /Coliforme Keime) ist der Hinweis auf eine Belastung des Wassers mit Darmkeimen. Die meisten im Wasser vorkommenden E. coli sind für den gesunden Menschen - zumindest in niedrigen Keimdichten - harmlos.
Im Trinkwasser dürfen keinerlei E.Coli/Coliforme Keime enthalten sein.

Eisen
Im Trinkwasser darf Eisen mit max. 0,2 mg/l enthalten sein. Bei höheren Konzentrationen treten Verfärbungen, Trübungen und ein unangenehmer Geschmack auf.

Elektr. Leitfähigkeit
Dieser Wert ist ein Maßstab für den Gehalt an gelösten Salzen (Ionen, Elektrolyte) im Trinkwasser. Eine Veränderung des Wertes kann ein Hinweis auf eine Verunreinigung durch Salze (Erhöhung der Leitfähigkeit) oder durch Niederschlagswasser (Verringerung der Leitfähigkeit) sein.

Fluorid
Fluorid dient der Stabilität der Knochen und der Härtung des Zahnschmelzes. Fluor hemmt auch die Kariesbildung. Fluorid ist in Wassern nachweisbar, die mit fluoridhaltigen Mineralien in Berührung kamen. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen kann eine zu hohe Fluoridaufnahme zu Knochenveränderungen, Zahnflecken etc. führen.
Der Fluorid-Grenzwert liegt beim Trinkwasser bei 1,5 mg/l.

Gesamthärte
Die Gesamthärte setzt sich aus der Karbonat- und der Nichtkarbonathärte zusammen.

Kalium
Kalium ist ein Mineralstoff, der u.a. für die Funktion der Nerven und der Muskelbewegungen notwendig ist. Pflanzliche Lebensmittel (z.B. Gemüse, Hülsenfrüchte und Bananen) sind besonders gute Kaliumlieferanten.

Karbonathärte
Karbonathärte verursacht die Wassersteinbildung. Sie beinhaltet alle durch die Kohlensäure gebundenen Calcium- und Magnesiumionen.

Kupfer
Kupfer ist ein lebensnotwendiges Spurenelement. Dennoch können durch überhöhte Konzentrationen, insbesondere bei Säuglingen, Vergiftungen auftreten.
Als Grenzwert schreibt die Trinkwasserverordnung einen Grenzwert von 2 mg/m vor.

Magnesium
Magnesium ist ein Mineralstoff, der für die Funktion der Nerven und Muskelbewegung von Bedeutung ist. Viele tierische und pflanzliche Lebensmittel enthalten Magnesium. Magnesium ist ein bedeutender Faktor für den Härtegrad eines Trinkwassers.

Mangan
Mangan ist in geringen Konzentrationen ein lebensnotwendiges Element. Eine chronische Aufnahme von Mangan in relativ hohen Konzentrationen kann vor allem bei Säuglingen und Kindern zu gesundheitlichen Schäden führen.
Der Grenzwert für Mangan liegt  nach der Trinkwasserverordnung bei 0,05 mg/l.

Natrium
Natrium ist ein Mineralstoff. Zusammen mit Chlorid ist Natrium als Kochsalz in sämtlichen Lebensmitteln zu finden. Ein g Kochsalz enthält etwa 0,4 g Natrium.
Im Trinkwasser ist Natrium bis zu 200 mg/l zulässig.

Nichtkarbonathärte
Man bezeichnet sie auch als "permanente oder bleibende Härte", die die Verbindungen von Calcium und Magnesiumsalzen mit Salpeter oder Schwefelsäure beinhaltet. Erst beim Verdampfen oder Verdunsten des Wassers wird diese ausgeschieden.

Nickel
Nickel wird in der Metallindustrie (Vernickelung) verwendet. Gelöstes Nickel ist in den trinkwasserüblichen Konzentrationen ungiftig. Erst in sehr hohen Konzentrationen können z. B. Darmbeschwerden auftreten.
Die Nickelkonzentration darf im Trinkwasser 0,02 mg/l nicht überschreiten.

Nitrat
Im Boden wird Nitrat von Mikroorganismen gebildet, das von Pflanzen für ihr Wachstum aufgenommen wird. Nitrat wird daher gerne dem Boden als Dünger zugeführt. Dies führt jedoch zu einer Belastung des Grundwassers und zur Nitratanreicherung in Nutzpflanzen (Spinat, Kopfsalat, Rote Bete, Rettiche, Radieschen und Kohl). Nitrat ist für den Menschen problematisch, da es unter bestimmten Bedingungen in das giftige Nitrit umgewandelt werden kann. Nitratgehalte über 50 mg/l sind besonders für Kleinkinder gesundheitsschädlich. Die Nitrat-Konzentration in den genannten Nutzpflanzen erreicht infolge von Überdüngung bis zu 50 mg/l.
Der Nitratgehalt im Trinkwasser darf 50 mg/l nicht überschreiten.

Nitrit
Nitrit kann durch chemische Reduktion von Nitrat unter anderem auch in verzinkten Eisenrohren der Hausinstallation entstehen.
Der Grenzwert der Trinkwasserverordnung beträgt 0,5 mg/l.

pH-Wert
Der pH-Wert gibt das Verhältnis der im Wasser enthaltenen Mengen an Säuren und Alkalien an. Er zeigt, ob das Wasser sauer, neutral oder alkalisch reagiert.
Der pH-Wert soll nach der Trinkwasserverordnung zwischen 6,5 und 9,5 liegen.

Phosphat
Phosphat ist ein Mineralstoff. Bedeutung hat Phosphat für die Energieversorgung der Zellen. In fast allen Lebensmitteln, insbesondere in eiweißreichen Milchprodukten, kommt Phosphor vor. 

Quecksilber
Über nicht vorschriftmäßig entsorgte Leuchtstoffröhren, Akkumulatoren, Thermometer sowie Amalgam und elektronische Bauteile gelangt Quecksilber in die Umwelt.
Der Quecksilbergehalt im Trinkwasser darf max. 0,001 mg/l betragen.

Silber
Silber kommt in vielen Bereichen des täglichen Lebens zum Einsatz. Sowohl in der Fotografie und  Elektronik, als auch beim Bau von Katalysatoren und bei Legierungen findet Silber Verwendung. Silber  kommt in Spuren in Lebensmitteln und im Trinkwasser vor.

Sulfat
Sulfat gehört, neben Chlorid, zu den natürlichen Wasserinhaltsstoffen. In niedrigen Konzentrationen wird der Geschmack des Wassers positiv beeinflusst. Erhöhte Sulfatbelastungen können auf Deponiesickerwässer, Straßenabschwemmungen (Streusalz) oder aber auf Düngereinsatz zurückzuführen sein.
Nach der Trinkwasserverordnung dürfen im Trinkwasser maximal 240 mg/l vorhanden sein.

Wasserhärte
Die Wasserhärte wird von Calcium- und Magnesiumsalzen verursacht. Die Wasserhärte wird in Härtegraden angegeben. Ein deutscher Härtegrad entspricht einem Gehalt von 10 mg Calciumoxid pro Liter Wasser.


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